Flüstern der Landschaft
14.03.2026 – 31.10.2026
Im Verweben von Vergangenheit und Gegenwart entwickelt André Schweers das charakteristisch Neue, eine unverkennbare visuelle Ausdrucksform, seine Bildsprache. Sie eröffnet vielfältige Assoziationsräume und ermöglicht, innerhalb unserer kontemplativen Museumssammlung neue, zeit- und kulturübergreifende Verbindungslinien zu ziehen.
Linien stiller Schönheit – Das Museum DKM.
Jedes Anhäufen, jedes Ablagern von Material trägt die Spuren menschlichen Handelns in sich. Der einzelne Gegenstand wird aus seiner ursprünglichen Funktion herausgelöst und in einen neuen formalen Zusammenhang überführt. In diesem Prozess wird Gegenwart verdichtet und zum Sediment von Geschichte. Die äußere Struktur der Werke ist dabei nicht nur Form, sondern zugleich Zeugnis dieser Umwandlung und ihr stilles Archiv.
Seit über einem Jahrzehnt bilden Höhlen- und Wabenstrukturen einen zentralen Bezugspunkt im Werk von André Schweers. Prägende Impulse erhielt der Künstler unter anderem auf einer Reise nach Kappadokien (Zentralanatolien in der Türkei), bei der er die Höhlen von Göreme besuchte. Die Begegnung mit diesen archaischen Räumen – Ausdruck eines frühen menschlichen Gestaltungswillens – wirkt bis heute nach. Schweers entdeckt diese Urformen immer wieder neu: auf den Ausgrabungsstätten kretisch-minoischer Kulturen, im historischen Mauerwerk mittelalterlicher Burgen oder in den französischen Taubentürmen, den Pigeonniers oder Colombiers, die sich seit dem Mittelalter als eigenständige architektonische Typologie etabliert haben. Charakteristisch ist ein streng geordnetes Raumsystem, in das die Spuren von Zeit und Vergänglichkeit eingeschrieben sind.
Auch wenn die gegossenen und pigmentierten Reliefs Assoziationen an Taubentürme, Bienenkörbe, Höhlensysteme oder urbane Modelle hervorrufen, liegt ihr formaler Kern in einem elementaren Motiv: dem Bogen. Als eine archetypische, von Menschenhand entwickelte Form steht er für statische Stabilität und Dauer. Bis heute begegnet er in archaischen Behausungen und Grabanlagen, in antiken Viadukten und Aquädukten sowie in historischen Torbauten – als ein Motiv, das Zeit überdauert und Geschichte trägt.
Werke in der Ausstellung
Pontwert V
2018
Papierguss, Pigmente, Holzbord
140 x 115 x 12 cm
Crique
2025
Papierguss, Pigmente, Holzleiste
28 x 24 x 4 cm
Minguirne
2012
Papierguss, Pigmente
120 x 200 cm
Enigma I-III
2022
Papierguss, Pigmente
83 x 63 cm
Amas d´Apcher II
2010
Papierguss, Pigmente, Holzbord
100 x 195 x 12 cm
Amas d´Apcher III
2010
Papierguss, Pigmente, Holzbord
100 x 175 x 14 cm
Clocher
2004
Papierguss, Pigmente, Wasserglas
40 x 25 x 5 cm
Pigeonnier
2005
Papierguss, Paraffin
40 x 25 x 5 cm
Pigeonnier
2002
Papierguss, Pigmente
40 x 25 x 5 cm
Sentier de Douaniers
2017
Papierguss, Pigmente
115 x 153 cm
Oru I
2018
Papierguss, Paraffin
60 x 50 x 3 cm
Charybdis
2022
Papierguss, Pigmente
320 x 200 x 5 cm
Göreme
2006
Papierguss, Pigmente
90 x 83 cm
Archiv V
2019
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Kartonschachtel
10,5 x 20 x 24 cm
Archiv XV
2025
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Klappschachtel, 2-tlg.
10 x 37 x 85 cm
Archiv VII
2020
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Kartonschachtel
20 x 24 x 10,5 cm (aufgeklappt)
Archiv VIII
2023
Papierguss, Pigmente, Holzschachtel
Archiv XVI
2026
Papierguss, Pigmente, Klappschachtel Holz
Archiv VIII
2020
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Kartonschachtel
30 x 24 x 10,5 cm (aufgeklappt)
Archiv IX2024
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Holzschachtel
Archiv (Box 12)
1998
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Holzschachtel
29 x 11 x 30 cm
Archiv XVIII
2026
Papierguss, Pigmente, Holzschachtel
3,5 x 23,5 x 12,5 cm
Archiv XVII
2026
Papierguss, Pigmente, Paraffin, Holzschachtel
Archiv (groß)
2003
Papierguss, Pigmente, Holzbox



